Die Tage der Schriftkunst in Ampus
24., 25. und 26. April 2026
Drei Tage voller Vorträge, Workshops, Begegnungen, Entdeckungen und Austausch rund um die Schriftkunst der Welt, im Herzen des Dorfes Ampus.
- Eintritt frei
- Food Truck vor Ort
- Ampus & Draguignan
Konferenz zur Voreröffnung
Die für diese Konferenz zur „Voreröffnung“ des Musec (24.–26. April 2026) ausgewählten Themen sollen den Inhalt der Sammlung widerspiegeln und die Vielfalt der weltweit existierenden Schriftsysteme aufzeigen, wobei gleichzeitig einige ihrer wesentlichen Funktionen herausgearbeitet werden sollen. Unabhängig von ihrer Geschichte haben alle Schriftsysteme gemeinsam, dass sie an einem grundlegenden Vorgang beteiligt sind: der Erarbeitung einer Weltvorstellung, die für den Aufbau und das Leben jeder Gesellschaft unverzichtbar ist. Dennoch geben bestimmte neuere Formen des Schreibens (digitale Schriften, Algorithmen und KI) Anlass zur Sorge. Aber unterscheiden sie sich wirklich so sehr von ihren Vorgängern? Ein Rückblick auf diese lange Geschichte ist unerlässlich, um sie besser zu verstehen und zu beherrschen. Folgende Themen werden behandelt:
Schrift und Wasser
Die verborgene Schrift
Schrift und Spiel
Das tägliche Programm im Detail
Schrift und Wasser
Ein erster Blick auf die Verbindungen zwischen Schreiben, Erinnerung und Wissensvermittlung.
- 14:30 Uhr: Begrüßungskaffee & 1. Besichtigung des Museumsgebäudes
- 15:30–15:45 Uhr: Christian CHILLI, Florence PIZZORNI, Luc BACHELOT: Begrüßungsreden, Vorstellung des Musec-Projekts (Ch. C), der Museografie (FP) und des Tagungsprogramms (LB).
In Ampus prägt das Wasser seit Jahrhunderten die Landschaft durch Rinnen, Kanäle und Leitungen und zeichnet so regelrechte Schriftlinien in das Gebiet.
Von den ersten mesopotamischen Tontafeln bis hin zu Papier und Tinte bleibt das Wasser ein wesentliches Element der Materie des Schreibens und seiner Träger.
Ampus beherbergt ein außergewöhnliches aquatisches Erbe. Wassergräben, Kanäle und Druckleitungen durchziehen das Gemeindegebiet und zeichnen dort Linien, wie eine Schrift. Dieser Vergleich ist weder zufällig noch rein metaphorisch, denn man weiß seit langem, dass es keine Landschaft mehr gibt, die im Laufe der Jahrhunderte nicht durch menschliches Handeln tiefgreifend verändert worden ist. All diese Landschaften wurden geprägt, gezeichnet, also geschrieben, wenn man sich an die naheliegendste und solideste Definition von Schrift hält, die sie vor allem anderen zu einem Zeichen, einer Spur, einer Zeichnung macht. Dies geht so weit, dass der Begriff der „ökologischen Schrift“ mittlerweile zum Vokabular der Umweltwissenschaften gehört. Man erinnere sich zudem daran, dass die Verbreitung der allerersten Schrift in Mesopotamien nur dank der Mischung aus Wasser und Ton möglich war, die für die Herstellung der Tontafeln notwendig war, deren Geschmeidigkeit und Modellierbarkeit das Einritzen mit dem Schreiber auf ihrer Oberfläche erheblich erleichterten. Wasser blieb auch danach das unverzichtbare Element für die Herstellung zahlreicher anderer Schriftarten. Es diente nämlich zur Herstellung von Papyrus und Papier, zur Bearbeitung von Häuten zu Pergament oder auch zur Herstellung von Tinten aller Art. In seiner reinen Form ermöglicht es auch das vergängliche Schreiben, das auf einen beliebigen Untergrund – Papier, Sand, Erde oder Stein – aufgezeichnet wird, aber nur für wenige Augenblicke sichtbar bleibt. Damit legt sie besonderen Wert auf die Geste des Schreibens und die damit verbundene Absicht, sodass nur die Erinnerung daran fortbesteht.
- 15:45–16:45 Uhr: Konferenz – Erste Sitzung: Schrift und Wasser
- - Luc BACHELOT: „Wasser, vom Material der Tontafeln bis zur Erschaffung des Universums, das mesopotamische Modell“
In Mesopotamien entwickelte sich die Schrift dank mit Wasser vermischter Tontafeln. In der Mythologie symbolisiert Wasser zudem den Ursprung und das Ende aller Dinge, also die Zeit. Indem sie es ermöglicht, Worte und Ereignisse festzuhalten, wird die Schrift so zu einem Mittel, die Zeit zu beherrschen und das Schicksal zu bestimmen.
Es wird seit langem betont, dass die Verbreitung der Schrift in Mesopotamien vor etwa fünftausend Jahren dem mit Wasser vermischten Ton zu verdanken war. Letzterer steht im Übrigen im Mittelpunkt der mesopotamischen Religionsvorstellungen. Der mesopotamischen Mythologie zufolge bestimmt es die Existenz jedes Wesens und jeder Sache, da es deren Extreme markiert: ihr Entstehen und ihr Vergehen. Mit Wasser beginnt alles und endet alles (die Sintfluten): Wasser ist die Metapher oder der visuelle Ausdruck der Zeit. Und genau darin liegt eine der wesentlichen Funktionen der Schrift: die Beherrschung der Zeit (scripta manent, wie das Sprichwort sagt) und die Möglichkeit, ein Schicksal vorzugeben, also das, was jedem Wesen bestimmt ist. Das wiederholen die Mythen immer wieder. Für sie existiert das Schicksal, das ME (auf Sumerisch), nur, weil es geschrieben steht. Aus rein praktischer Zweckmäßigkeit wird das Wasser, da es sich mit Ton vermischen lässt, durch die Schrift zur Beherrschung der Zeit und regelt den Lauf aller Existenz.
- 16:45–17:45 Uhr: Maxine ADEL: „Schrift und Wasser: Fluidität, Verflüchtigung und Schöpfung in der arabischen Kultur“
Dieser Vortrag untersucht die Verbindung zwischen Wasser und Schrift in der arabischen Kultur. Als Symbol sowohl für das Leben als auch für das Vergehen wird Wasser zu einer Metapher für Schöpfung, Schicksal und Erinnerung, während Kalligraphie und Poesie diese Beziehung durch Formen und Bilder zum Ausdruck bringen, die von der Bewegung des Wassers inspiriert sind.
Dieser Vortrag untersucht die tiefe Verbindung zwischen Wasser und Schrift in der arabischen Kultur, von der koranischen Tradition bis hin zu Poesie und Kalligraphie. Wasser, Symbol für Leben und Auflösung, ist zugleich Träger und Auslöscher der Schrift, während die Schrift selbst zu einer Metapher für Schöpfung, Schicksal und menschliches Gedächtnis wird. Religiöse, juristische und literarische Texte beleuchten diese Spannung zwischen Beständigkeit und Vergänglichkeit, die sich in der arabischen Poesie, im Gesang und in der Kalligraphie fortsetzt, wo die Buchstaben fließende Formen annehmen, die an das Rieseln von Wasser erinnern. Anhand von exegetischen und poetischen Beispielen zeigt dieser Vortrag, wie Wasser und Schrift zwei Prinzipien der Schöpfung verkörpern: das eine materiell, die Natur belebend, das andere immateriell, Sinn und Wissen erzeugend.
- 17:45–18:30 Uhr: Beiträge von Amtsträgern (lokale Mandatsträger) und Begrüßungscocktail.
- 18:30–21:00 Uhr: Aperitif mit Häppchen für das anwesende Publikum und die Gastgeber der Gästezimmer, die Gäste ohne eigene Transportmöglichkeit zu ihrem Wohnort zurückbringen werden
Die verborgene Schrift
Ein gemeinamer Tag für Forscher, Wissenschaftler, die Bevölkerung und Kinder im Rahmen von interaktiven Workshops, Kalligraphie und Experimenten.
- 9:00 Uhr: Begrüßungskaffee
- 9:15 – 17:30 Uhr: Workshops und Stände
- - Chinesische Kalligraphie (Barnum)
- - Arabische Kalligraphie (Barnum): 10:00 Uhr; 14:00 Uhr und 15:30 Uhr
- - Lateinische Kalligraphie (Barnum): 10:30 Uhr; 14:30 Uhr; 15:30 Uhr
- - Kinderworkshop „Unsichtbare Schriften“ (Salle du cabinet du Dr Chilli): 14:30 Uhr; 16:30 Uhr
- - Mediarchéo-Workshop (Arztzimmer von Dr. Chilli): 10:30 Uhr; 11:30 Uhr und 15:30 Uhr
- - Interaktiver Workshop Malo Patron (Waschhaus): von 9:00 bis 17:00 Uhr
- - Schreibworkshop (Festzelt): von 10:30 bis 12:00 Uhr und von 14:30 bis 16:30 Uhr
- - CNLI-Stand (Konferenzsaal): durchgehend von 9:00 bis 17:00 Uhr
Das Schreiben dient zwar der Kommunikation, aber auch dazu, jenes zu verbergen, was geheim bleiben soll: verschlüsselte Texte, unsichtbare Inschriften, Botschaften, die nur bestimmten Lesern vorbehalten sind.
Über Kulturen und Epochen hinweg trägt es so zur sozialen, politischen und symbolischen Strukturierung von Gesellschaften bei.
Schreiben ermöglicht Kommunikation. Dennoch führt es oft zu einem Spannungsfeld zwischen dem Wunsch, einen Text zu verfassen, der normalerweise gesehen, gelesen und interpretiert werden soll, und dem Bedürfnis, ihn zu verbergen. Man denke an Tagebücher, versteckte und manchmal gestohlene Briefe, verschlüsselte Texte (aus diplomatischen oder militärischen Gründen), Inschriften, die an versteckten Stellen von Denkmälern eingraviert sind, oder auch digitale Schriften, die nur ihre Verfasser sehen können. Tatsächlich haben alle Gesellschaften den Austausch und die Verbreitung von Texten so gestaltet, dass sie bestimmten, wer Zugang zu Informationen haben durfte und wie. So wurde die Schrift von ihrem ersten Moment an zu einem besonders wirksamen Instrument der politischen und sozialen Ordnung, aber auch der ideologischen Ansichten, die sie rechtfertigen sollten.
Um diese Funktionsweise zu veranschaulichen, werden im Laufe der Konferenz verschiedene Objekte aus der Sammlung vorgestellt: die mandäische Schriftrolle, die mit einer Inschrift versehen ist, die in der Rolle aus zwei Bleiblechen verborgen ist und zum Schutz vor bösen Geistern dienen soll; die chinesische Nushu-Schrift, die auf Taschentücher oder Fächer für Frauen gestickt wurde; durch digitale Technologie verschlüsselte Schriften; Palimpseste; Schriften, die man versteckt, indem man sie isst (zum Beispiel in Form eines Kuchens), um sich die Kraft der Botschaft, die sie in sich tragen, zuzueignen.
- 9:00 – 12:30 Uhr: Konferenz– Zweite Sitzung: Die verborgene Schrift
- 9:00 – 10:00 Uhr: Denis Allemand: „Kommunizieren, um zu überleben: Die Lehre von der Symbiose“
Dieser Vortrag zeigt, wie lebende Organismen mithilfe von Molekülen miteinander kommunizieren, wodurch symbiotische Beziehungen entstehen und funktionieren.
Die Symbiose steht im Mittelpunkt der Evolution des Lebens. Die Entstehung und das Funktionieren einer Symbiose erfordern eine präzise Kommunikation zwischen den beiden Partnern. Anhand dieser Analogie soll dieser kurze Vortrag zeigen, wie das Leben einen Weg entwickelt hat, um über eine breite Palette von Molekülen hinweg zwischen verschiedenen Lebewesen zu kommunizieren.
- 10:00 – 11:00 Uhr: Jean LASSEGUE : « L’écriture informatique, une nouvelle forme de mécanisme »
Ausgehend von dem Zitat des Mathematikers A. Turing, wonach „Mechanismus und Schrift fast Synonyme sind“. Die elektronische Schrift weist mindestens drei besondere Merkmale auf, die sie von allen anderen Schriftformen unterscheiden: Sie dient nicht dazu, etwas aus der gesprochenen Sprache festzuhalten, sie verfügt über Kompositionsebenen und sie erfolgt automatisch. Diese drei Merkmale widersprechen der Intuition und müssen anhand von Beispielen näher erläutert werden.
- 10:45 – 11:00 Uhr: Kaffeepause
- 11:00 – 11:30 Uhr: Christian CHILLI: „Der Patient als Palimpsest: lesen, schreiben, vorschreiben”
Stellen wir uns in diesem zukünftigen Museum, das der Schrift gewidmet ist, die Frage: Was wäre, wenn die Medizin in erster Linie eine Kunst des Lesens und Schreibens des Körpers wäre?
Man stelle sich ein altes, abgenutztes Manuskript vor: Buchstaben verblassen, andere wurden übermalt, manchmal vergessen, einige Seiten fehlen, und jeden Tag kommen neue Markierungen hinzu. Der Arzt sieht sich in seiner Praxis mit einem ebenso wechselhaften Text konfrontiert: dem Patienten. Diese Zeichen auf und im Körper ebenso wie im Geist sind Signale, die sich wie bei einem Palimpsest ansammeln, verbergen, überlagern und zum Ausdruck kommen. Es ist eine lebendige, sich wandelnde, vergängliche Schrift, die der Arzt entschlüsseln muss, um seinerseits zu schreiben: zu verschreiben. Doch diese Schrift scheint derzeit, wie jede andere auch, aus den Händen des Arztes in die Algorithmen der Maschinen (KI, Diagnosehilfe u. a.) überzugehen. Dieser Wandel wird hinterfragt und wirft ein eindrucksvolles Licht auf die wesentlichen Funktionen des Schreibens.
- 11:30 – 12:20 Uhr: Florence PIZZORNI: „Das Schreiben essen: Die Kraft des inkarnierten Zeichens“
Seit der Antike wird in vielen Kulturen die Glyphophagie praktiziert, also das Verzehren von Schriftzeichen, um deren symbolische Kraft aufzunehmen. In mittelalterlichen Klöstern ernährten sich Mönche und Nonnen von Brot und göttlichen Worten, während man im alten Ägypten mit Zaubersprüchen beschriftete Lehmkuchen aß, um böse Geister zu vertreiben. Wir werden sehen, dass solche Praktiken auch im islamischen Raum sowie im Fernen Osten, in Japan und in China verbreitet sind und dass dieser Brauch überall über den religiösen Rahmen hinausgeht. Er ist auch in unserer Zeit und überall noch verbreitet und Ausdruck der Verbindung, die der Mensch zum Übernatürlichen pflegt.
- 12h30 - 14h : Food truck *
- 14h - 16h30 : Ateliers et Colloque - Session 3 : L’écriture cachée
- 14h30 - 15h : Charlotte SCHMID : « Entre pierre exposée et parole secrète, l’écriture du pouvoir d’Aśoka »
Les premiers témoignages de l’écriture en Inde apparaissent y confirmer l’importance de la transmission orale qui assura la diffusion des hymnes védiques depuis une origine aux environs du 2e millénaire avant J.-C. jusqu’à aujourd’hui. Lente à apparaître, l'écriture est de surcroît largement associée à l'impulsion d'un individu: l’empereur Aśoka. Régnant entre 268 et 232 avant notre ère, il ne fut pas nécessairement l'instigateur de la première écriture en Inde mais certainement responsable d’un usage particulier de celle-ci. Les premiers textes sont gravés à des points stratégiques de son empire. Certains sont très visibles mais d'autres, situés dans des lieux d’accès difficile, au fond de grottes, parfois très en hauteur, sont dissimulés au tout-venant. L’on se propose de s’interroger sur l’usage de ces inscriptions cachées qui oscillent entre visibilité et secret.
- 15h - 16h30 : Jean-Paul ITIÉ et Maria GOREA : « Une amulette en plomb inscrite en araméen mandéen : déroulement virtuel et lecture »
Une amulette du MUSEC d’Ampus, composée de lamelles de plomb enroulées, a été déroulée virtuellement grâce à la tomographie aux rayons X. Le texte, rédigé en mandéen, contient des formules magiques destinées à protéger une femme, notamment contre l’infertilité et les dangers de la grossesse, ainsi que son fils.
Parmi les acquisitions du Musec d’Ampus figure une amulette, constituée de deux lamelles enroulées sur elles-mêmes, dont l’état de conservation ne permet pas un déroulement physique. Afin de ne pas compromettre l’intégrité de l’objet et du texte qui est finement gravé sur les deux faces des lamelles, le rouleau a été déroulé virtuellement par tomographie des rayons X sur rayonnement synchrotron. Des mesures de fluorescence X ont permis d'établir que le rouleau était en plomb, inséré dans un conteneur en cuivre. Afin d'obtenir des images lisibles, une technique originale d'acquisition et de traitement des données a été utilisée.
Une fois les images obtenues, le contenu des lamelles a pu être déchiffré et transcrit. La langue du texte est l’araméen, dans une variété dialectale provenant du sud de la Mésopotamie: le mandéen. Le texte contient des invocations à caractère magique, se déployant sur un total de 140 lignes, dont 135 sont préservées. L’une des deux lamelles livre des formules magiques pour la protection d’une femme, la seconde a pour bénéficiaire son fils. Le teneur de ces amulettes est assez particulier : sur l’une d’elles, il s’agit principalement d’invocations contre l’infertilité et des problèmes pouvant survenir pendant la grossesse et l’accouchement. Parmi les démons pouvant nuire à la mère et au fœtus, une figure revient à plusieurs reprises: Yazdanduk, la Lilith. Sur la seconde lamelle, des formules appellent à la guérison et à la protection de son commanditaire.
- 18h - 19h : Conférence de Maurizio Ferraris (Musée des ATP Draguignan) : « À la lumière des nouvelles technologies, les enjeux de toutes les écritures anciennes et nouvelles ».
- 19h00 : Quartier libre
- 23h00 : Retour vers les hébergements respectifs
* Un food-truck sera présent sur place tout au long de cette journée.
L’écriture et le jeu
Dernière journée de colloque, tournée vers les thématiques ludiques de l’écriture.
- 9h00 : Café d'accueil
Toutes les traditions d’écriture ont développé des usages ludiques : calligraphies, calligrammes, rébus ou jeux typographiques qui explorent formes, signes et mises en page.
Ces pratiques révèlent le caractère créatif, conventionnel et profondément imaginatif de l’écriture, capable de multiplier les représentations du monde.
À côté du jeu du montrer-cacher du thème précédent, il en est d’autres plus légers mais non moins constants : déplacement des signes, variation des échelles de grandeur, des couleurs, des formes, des styles ou de la densité d’une mise en page, etc. Ces possibilités sollicitent spontanément, chez celui qui s’apprête à écrire, l’imagination et déclenchent naturellement le plaisir de créer, augmenté de celui de la maîtrise du geste.
Parmi la multiplicité des jeux possibles comme ceux de la calligraphie, des calligrammes, des anagrammes, des palindromes (qui peuvent se lire dans les deux sens, ex. amor-roma), des paralipomènes (juxtaposition sur un même document de textes de nature différente), de la recherche typographique, seront, durant ce colloque, évoqués la calligraphie et les écritures dont les textes prennent la forme des images, les rébus principalement en Extrême-Orient (Chine et Japon) et Moyen-Orient (Mésopotamie et Égypte).
Si un dynamisme créateur se manifeste avec tant de force dans toutes les cultures, au travers de ces jeux d’écriture, encore faut-il rendre compte de ce qui les rend possibles et révèle un des trait essentiel, indispensable donc à la manifestation de l’écriture : le caractère parfaitement conventionnel et arbitraire de l’équivalence que l’on établit entre deux domaines de nature radicalement différente : ainsi le caractère visuel et concret des signes d’écriture et celui très abstrait des contenus de pensée véhiculés par cette écriture. Or l’arbitraire d’une convention établit, par définition, la possibilité d’une convention toute autre. Tous les arbitraires sont ipso facto interchangeables. C’est ce que manifestent tous les jeux d’écriture. Raison pour laquelle l’écriture n’est pas seulement, comme on la décrit régulièrement, la restitution d’une réalité qui lui serait extérieure, elle en est une représentation, parmi d’autres possibles, une fiction mais qui pratiquement est la seule réalité à laquelle nous sommes confrontés : notre monde.
- 9h15 - 12h15 : Colloque - Session 4 : L’écriture et le jeu
- 9h - 10h : Solange CRUVEILLÉ : « Jeux d’écriture en Chine d’hier à aujourd’hui »
L’écriture chinoise possède des spécificités qui lui sont propres. Image et sens s’entremêlent, démultipliant les possibilités de jeux de graphie, à travers la souplesse des caractères, la force des traits et les effets de forme.
Longtemps apanage des taoïstes qui s’appuient sur ces variations pour créer des messages ésotériques, les jeux de graphie intègrent peu à peu le monde des lettrés puis la société dans son ensemble, avec des enjeux diplomatiques, artistiques et culturels. L’arrivée du numérique va permettre de nourrir davantage cette créativité et d’apporter du mouvement et un impact visuel plus percutant.
- 10h - 11h : Marianne Simon-Oïkawa : « La lecture comme jeu : le cas des images en écriture au Japon ».
Les images en écriture (moji-e) constituent des exemples particulièrement saisissants d’imbrication entre écriture et dessin au Japon.
Ces dessins sans prétention représentent généralement de petits personnages, réalisés à l’aide des caractères qui composent leur nom. Très populaires à l’époque d’Edo (1603-1868), ils ne sont pas toujours d’un déchiffrement aisé. C’est que leur élucidation repose sur la capacité à mobiliser des compétences de lecture et d’observation, mais aussi à déjouer les pièges tendus par les artistes : ce qui semble n’être qu’un tracé se révèle être un caractère, ce qui apparemment renvoie à un mot correspond en réalité à un autre… Frustration, déception, jubilation, abandon, le lecteur traverse ainsi tous les états d’une quête sans cesse renouvelée, pour son plus grand plaisir.
- 11h - 12h : Rina VIERS: « Le rébus dans les premiers pas des écritures en Mésopotamie, en Egypte et en Chine »
- Il s’agit de montrer comment les habitants de ces trois contrées ayant donné naissance à une écriture spécifique et longtemps utilisée ont recouru au principe du rébus. La combinaison de deux ou trois signes pictographiques a servi à écrire un nom propre ou une idée. Des exemples empruntés à ces cultures seront présentés et analysés.
- 12h15 - 13h00 : Conclusion des journées et remerciements
- 13h00 : Repas buffet sur place
- 14h30 : Départ navette Tedbus pour gare des Arcs (départ du TGV à 16h31 pour Gare de Lyon (Paris)

Un événement ouvert à tous
Ces journées sont pensées comme un moment de partage entre science, création et transmission, accessible aux passionnés d’histoire, aux curieux, aux familles et aux amateurs d’écriture sous toutes ses formes.
- Entrée libre
- Food truck sur place, le samedi 25 avril uniquement
- Ampus & Draguignan
Informations pratiques
Date
24, 25 et 26 avril 2026
Lieux
Ampus et Draguignan (Var)
Accès
Événements ouverts à tous
Restaurant
Food truck présent sur le site, le samedi 25 avril uniquement
Inscriptions disponibles en ligne sur le site du Musec.
La politique scientifique du MusEc
Un des enjeux de la politique du Musec consiste à mettre en lumière toute la complexité et la richesse de la question de l’écriture. Il est essentiel pour cela de remettre en question un ensemble d’idées profondément enracinées dans les esprits, et notamment celle que l’écriture ne serait qu’un double de la parole. L’étude des écritures, et particulièrement celles des plus anciennes, quelles que soient les aires culturelles où elles sont apparues, enseigne au contraire que la langue n’est nullement à l’origine de l’écriture, ni son reflet, mais que toutes deux partagent un certain nombre de fonctions qui constituent les composantes indissociablement mêlées d’un même processus que l’on pourrait appeler aussi bien « langue/écriture » qu’« écriture/langue ». En effet, tout énoncé linguistique suppose nécessairement l’inscription préalable de son code et de ses règles de fonctionnement dans l’esprit et concrètement dans son substrat neuronal (le cerveau), qui est le lieu de leur élaboration, de leur façonnage : leur creuset. Pas de langage donc sans écriture et pas d’écriture sans lecture ou interprétation qui se façonne très généralement dans les mots de la langue. Sinon pourquoi écrire ?
Remettre l’ouvrage sur le métier, celui des fonctions de l’écriture, est plus que jamais nécessaire pour penser et comprendre les pratiques actuelles qu’autorisent les nouvelles technologies, comme l’écriture numérique générée par des algorithmes, qui semblent parfois échapper à toute maîtrise. L’écriture numérique pouvant coder n’importe quel autre type d’écriture rappelle, si besoin était, que malgré l’extrême diversité de ses manifestations l’écriture demeure dans chacune d’elles un équivalent symbolique universel. Que ce soit par les idéogrammes orientaux ou les alphabets de tous types, chacun de ces systèmes peut, en effet, livrer tous les contenus de pensée, tous types de texte, des plus descriptifs au plus théoriques.
Venez vivre trois jours au cœur des écritures
Participez aux ateliers proposés lors des Journées des écritures d’Ampus.
Cette préinscription nous permet d’estimer la fréquentation et d’organiser au mieux votre accueil.
Elle ne constitue pas une réservation définitive. L’entrée aux journées reste libre et gratuite.